Zum Glück muss man für ein ausgiebiges Shopping-Erlebnis nicht unbedingt selber eine Reise nach New York antreten, sondern bedient sich am Angebot und den Schnäppchen amerikanischer Online Shops. Doch wer Lust auf angesagte Marken und Trends hat, muss auch an zusätzliche Kosten für Steuern, Zoll und Versand denken. Welche Bestimmungen bei Bestellungen aus Übersee gelten, erfahren Sie hier.

Bevor Sie Online-Bestellungen aus dem Ausland tätigen, sollten Sie einige wichtige Punkte beachten. Zum einen kann die Rechtslage in Ländern außerhalb der EU abweichen — so z.B. beim Widerrufsrecht. Zum anderen spielen die Kosten rund um Ihren Einkauf eine Rolle. Natürlich ist nicht die Mode allein der Grund, um aus Übersee zu bestellen. Auch der Gesamtpreis für die Ware soll im besten Fall am Ende günstiger sein als in heimischen Shops. Das ist auch oft bei elektronischen Geräten wie Laptops oder Kameras der Fall. Welche zusätzlichen Kosten bei der Bestellung aus den USA auf Sie zukommen können, haben wir für Sie gelistet.

Ab welchem Preis fallen Zoll und Steuern bei Online-Bestellungen an?

Postsendungen aus einem Staat außerhalb der EU müssen grundsätzlich zollamtlich abgefertigt werden. Ob und in welcher Höhe für Sie Einfuhrabgaben entstehen, hängt vom Warenwert und von der Art Ihrer Sendung ab. Der Warenwert umfasst dabei den gesamten Betrag, inklusive Portokosten und eventueller Zuschläge für Expressversand.

Warenwert nicht größer als 22€Beträgt der Warenwert inklusive Versandkosten nicht mehr als 22 €, fallen für Sie keine Einfuhrabgaben oder Zollkosten an. Sie können also ohne Mehrkosten shoppen.

Warenwert zwischen 22€ und 150€: Diese Sendungen sind zwar zollfrei, doch eine Einfuhrumsatzsteuer wird erhoben. Die Gebühren betragen dabei in den meisten Fällen den Mehrwertsteuersatz von 19%. Bei einigen Produkten, wie Lebensmitteln und Büchern, fällt der ermäßigte Steuersatz von sieben Prozent an. Da aber erst Beträge ab 5€ geltend gemacht werden, liegt die Schwelle im Grunde bei ca. 26,30€.

Warenwert größer als 150€: Ab dieser Höhe fallen für Ihre Bestellungen Zollgebühren an. Sie berechnen sich aus dem jeweiligen Zollsatz der Ware und der Einfuhrumsatzsteuer. Der Zollsatz wird prozentual auf den Kaufpreis und die Versandkosten berechnet.

Wie kann man den Zollsatz berechnen?

Die Höhe des Zollsatzes bei der Einfuhr von Waren in die EU variiert für die meisten Sendungen nach Deutschland von 0% bis 17,5%. Während elektronische Geräte wie Smartphones oder Notebooks bis auf die Einfuhrumsatzsteuer mit einem Zollsatz von 0% verzollt werden, liegen die Sätze für Kleidungsstücke höher. So würden Schuhe aus Leder mit einem Zollsatz von 8% und Bekleidung aus Textilien mit einem Zollsatz von 12% berechnet werden. Die genannten Zollsätze sind jedoch immer nur Anhaltspunkte, die je nach Beschaffenheit der Ware auch abweichen können.

Weitere Beispiele für Warenarten und deren Einfuhrabgabensätze finden Sie auf der Internetseite der Generalzolldirektion. Sie können sich auch über online verfügbare Zollrechner vor dem Abschluss Ihrer Bestellung über die eventuellen Mehrkosten informieren. Die Rechenbeispiele verraten Ihnen, ob Sie wirklich sparen können.

Wie ist der Ablauf des Zollverfahrens?

Im Normalfall bringt der Online-Shop eine Zollinhaltserklärung auf Ihrem Paket an, damit der Zoll die Sendung kontrollieren kann. Sie erhalten wie gewohnt Ihre Lieferung und zahlen die Gebühren für die zollamtliche Abfertigung an die Deutsche Post zurück. Fehlt die Rechnung für die Zollinhaltserklärung oder ist sie fehlerhaft, muss der Verbraucher das Paket oft selbst beim zuständigen Zollamt abholen. Ein Benachrichtigungsschreiben informiert Sie dabei über benötigte Unterlagen.

Lassen Sie bei der Abholung lieber nicht zu lange auf sich warten, wenn Sie Unkosten und Stress umgehen wollen. Die Lagerung der Bestellung ist nämlich ab dem zehnten Tag kostenpflichtig und Ihr Paket wird nach zwei Wochen auf Ihre Kosten zurück zum Absender geschickt. Briefsendungen — also Briefe oder Päckchen bis zu einem Gewicht von 2 Kilogramm — werden sogar nur noch sieben Tage gelagert. Sollten Sie selber keine Zeit finden, um zum Zollamt zu fahren, können Sie sich auch durch die Post vertreten lassen. Wie Sie dabei genau verfahren müssen, können Sie bei zoll.de nachlesen.

Meiden Sie Produktfälschungen und unsichere Online-Shops

Wie auch beim Online-Shopping aus Fernost, sollten Sie bei Bestellungen aus den USA lieber die Finger von Produktfälschungen lassen. Die nachgeahmten Produkte dürfen nicht in den Wirtschaftskreislauf gelangen und werden daher vom Zoll beschlagnahmt. Unglaublich günstige Angebote teurer Luxusmarken bringen nichts, wenn Sie am Ende mit leeren Händen dastehen. Überprüfen Sie daher immer erst die Vertrauenswürdigkeit des Shops und lesen Sie sich die Kundenbewertungen durch. Im europäischen Online-Handel können Sie sich immer auf das Trusted Shops Gütesiegel verlassen.