Absolute Abofalle-Musterschreiben
Absolute Abofalle.
Hier für Betroffene ein Musterschreibe:
Widerspruch gegen die Vertragsentstehung und Rückforderung sämtlicher Zahlungen
Ihre Mail vom
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich widerspreche hiermit ausdrücklich Ihrer Darstellung, dass zwischen mir und JustAnswer ein wirksamer, kostenpflichtiger Mitgliedschaftsvertrag zustande gekommen ist.
Ich fordere Sie auf, sämtliche seit dem 02.03.2026 von mir vereinnahmten Zahlungen vollständig zu erstatten.
1. Kein wirksamer Vertragsschluss
Nach § 312j Abs. 3 und 4 BGB (“Button-Lösung”) ist ein Unternehmer bei entgeltlichen Verbraucherverträgen im elektronischen Geschäftsverkehr verpflichtet, die Bestellsituation
so zu gestalten, dass der Verbraucher seine Zahlungspflicht ausdrücklich bestätigt, indem die Schaltfläche mit den Worten “zahlungspflichtig bestellen” oder einer entsprechend
eindeutigen Formulierung beschriftet ist. Fehlt eine solche eindeutige Kennzeichnung, kommt gemäß § 312j Abs. 4 BGB kein wirksamer Vertrag zustande.
Die Angebotsseite von JustAnswer war zum Zeitpunkt meiner Anmeldung so gestaltet, dass der Eindruck einer einmaligen, geringfügigen Zahlung von 5,00 € für eine “Probemitgliedschaft” erweckt wurde,
während die eigentliche, deutlich höhere Kostenpflicht von monatlich 54,00 € nicht in der nach § 312j BGB erforderlichen Klarheit unmittelbar vor Abgabe der Bestellung dargestellt wurde. Damit fehlt es
bereits an einem wirksamen Vertragsschluss über die kostenpflichtige Mitgliedschaft.
2. Fehlerhafte Widerrufsbelehrung / fortbestehendes Widerrufsrecht
Sollte entgegen obiger Ausführung ein Vertrag zustande gekommen sein, mache ich hiermit vorsorglich mein Widerrufsrecht nach § 355 BGB geltend. Da eine ordnungsgemäße Widerrufsbelehrung
nach Art. 246a § 1 Abs. 2 EGBGB nicht in der gesetzlich vorgeschriebenen Form erteilt wurde, verlängert sich die Widerrufsfrist gemäß § 356 Abs. 3 BGB auf zwölf Monate und 14 Tage. Der Widerruf erfolgt somit fristgerecht.
3. Bezugnahme auf das laufende Verfahren der Verbraucherzentrale
Mir ist bekannt, dass der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) bereits gegen JustAnswer wegen irreführender Preis- und Vertragsgestaltung im Zusammenhang mit sogenannten Abo-Fallen rechtlich vorgeht.
Die in Ihrem Schreiben beschriebene Vorgehensweise entspricht exakt dem dort beanstandeten Geschäftsmodell.
4. Zurückweisung der “Kulanz”-Erstattung
Die von Ihnen als “Kulanz” bezeichnete Rückerstattung eines einzelnen Monatsbeitrags in Höhe von 54,00 € akzeptiere ich nicht als abschließende Regelung. Da mangels wirksamen Vertrages von Anfang an kein
Rechtsgrund für den Einzug der Beträge bestand, sind mir gemäß § 812 Abs. 1 BGB (ungerechtfertigte Bereicherung) sämtliche seit dem 02.03.2026 abgebuchten Beträge zu erstatten, namentlich:
5,00 € (Probemitgliedschaft, 02.03.2026)
Betrag:54,00] € vom 05.03.2026;
Betrag:54,00€ vom 05.04.2026;
Betrag: 54,00€ vom 05.05.2026;
Betrag: 54,00€ vom 05.06.2026;
Betrag: 54,00€vom 05.07.2026
Gesamtsumme der Forderung: 270,00€ abzüglich der bereits erstatteten 54,00 €, mithin 216,00€.
5. Fristsetzung
Ich fordere Sie auf, den offenen Betrag von 216,00 € bis spätestens 17.07.2026 auf mein Ihnen bekanntes Paypalkonto zu überweisen:
Sollte die Zahlung nicht fristgerecht bei mir eingehen, behalte ich mir vor, die Verbraucherzentrale sowie ggf. einen Rechtsanwalt einzuschalten und rechtliche Schritte einzuleiten.