Einmal und nie wieder
Die Kurzform: ich wurde mit einem nicht verkehrstüchtigen, stinkenden, verdreckten Wohnmobil losgeschickt, musste nach vier Tagen die Bremsen wechseln lassen, die Notfall-Hotline hat mich einen Tag lang verarscht, um dann gar nicht zu helfen. Hat mich vier Tage des Urlaubs gekostet und nach drei Monaten Reklamationseinreichung immer noch keine Antwort! Lasst die Finger davon!
Ausführlich:
Schon die Übergabe dauerte ewig. Trotz Termin wartet man erstmal, bis ein Mitarbeiter die Dokumente bringt. Dann muss man den Wagen selber nach einer einfachen Checkliste inspizieren, um bei eventuellen Fragen wieder zu warten, bis ein Mitarbeiter Zeit hat. Die wirklich wichtigen Dinge findet man dabei nicht. Dass die Einstiegsstufe nicht ausfährt, wurde mit „man könne ja die paar Zentimeter zum Einsteigen nutzen" beantwortet.
Schon beim Einrichten hat sich gezeigt, wie verdreckt das Wohnmobil übergeben wurde, Geschirr und Schubladen waren verdreckt. Nach ein paar Tagen stellte sich heraus, dass der Abfluss bei der Fahrt übel stank. Ein wirklich „angenehmes" Fahren folgte. Die Tür in der Küche hielte auch nicht richtig, musste mit Gepäck während der Fahrt zugehalten werden.
Nach drei Tagen, ich war schon nördlich von Inverness, fingen die Bremsen an Geräusche zu machen, deutliche Schleifgeräusche der Abnutzung wurden schnell sehr stark. Kurzzeitig wurde zu geringe Bremsflüssigkeit angezeigt. Zudem sollten die Zündkerzen geprüft werden.
Meine erste Reaktion war der Anruf bei der Hotline. Aber statt Hilfe musste ich sie zuerst davon überzeugen, dass das Problem ernst war. Die Ferndiagnose aus München wollte mir weismachen, dass es sich um ein „5-Minuten-Problem“ handele. Danach versicherte man mir, sie würden sich kümmern. Abschleppen, neues Auto, was immer nötig sei.
Am nächsten Tag bekam ich eine Email, ich solle den genauen Standort mitteilen, der Abschlepper sei unterwegs. Aber Überraschung, eine Stunde später eine zweite Email (nein keinen Anruf), dass man mich nicht abholen würde, man würde keine Werkstatt finden, ich müsse mich nun selber kümmern! Eine neue Kontaktnummer, das wars!! Stehen gelassen mit kaputten Auto im Norden Schottlands und verarscht von der Hotline! Meine Einschätzung, es war zu teuer, also haben sie es gelassen.
Also habe ich den neuen Kontakt, einen Dienst in Schottland, angerufen. Die Kommunikation lief nach erstem Anruf einfach mit WhatsApp. Die Dame hat mir super geholfen, fand eine Werkstatt keine 20 km von meinem Standort entfernt. Leider musste ich zwei Tage warten, da die Teile erst in den Norden geschickt werden mussten. Der Termin ging dann flott, eine Werkstatt mit tollem Service, die Leute vor Ort boten sogar an, mich während der Wartezeit in die Stadt zu bringen. Am Ende hatte die nette Dame sogar dafür gesorgt, dass ich vor Ort nicht in Vorleistung gehen musste. Wenigstens diesem Geld muss ich also nicht hinterherlaufen.
Das Ganze hat mich dann vier Tage und den Ausflug nach Orkney gekostet, einschließlich sämtlicher Vorbuchungen.
Die Rückgabe ging schnell, aber den Schaden, der neu entstanden sei (eine Bettlatte, von der nicht klar war, ob sie nicht schon vorher kaputt war), muss man natürlich aufnehmen.
Umgehend habe ich eine Reklamation mit allen Vorkommnissen bei Roadsurfer platziert. Nach nunmehr drei Monaten werde ich immer noch mit „zu hohem Anfrageaufkommen“ abgespeist. Sie hatten sogar die Frechheit, mir auf eine erste Nachfrage zu antworten, dass es doch „erst“ vier Wochen her sei. Zwischendurch habe ich dann „gute Nachrichten“ bekommen, die Forderung gegen mich (welche bitte?) hätten sich erledigt.
Wenn ihr das also bis zum Ende gelesen habt, seid bitte gewarnt. Die Tendenz zur Übergabe schlecht gewarteter Fahrzeuge wurde mir übrigens von einer anderen Kundin auf einem Campingplatz bestätigt. Sie hatten das Auto zu Hause und haben erstmal Dinge wie den Abfluss repariert. Es sind also schöne Aussichten, die Roadsurfer bietet.