Wenn etwas ist, wird man komplett im Stich gelassen
Wir waren mit einem bei roadsurfer Heidelberg gemieteten Camper auf einem Roadtrip durch Norwegen, als gegen Ende unserer Reise plötzlich die Motorkontrollleuchte anging. Nach Rücksprache mit dem roadsurfer-Support durften wir maximal 250 km weiterfahren, um nicht selbst in die Haftung zu kommen, und sollten unbedingt eine Werkstatt aufsuchen. Gleichzeitig mussten wir am 24.07. unsere Fähre in Rødby erreichen, um den Camper am 26.07. wieder in Heidelberg abzugeben. Die Antwort des Supports war, dass wir „die Belege einreichen“ sollen, falls wir die Fähre verpassen.
Da dies an einem Samstagmorgen geschah, verloren wir den kompletten Samstag und Sonntag. Erst am Montag konnten wir die einzige MAN-Werkstatt im 250-km-Umkreis in Bergen anfahren. Wir waren dort um 07:00 Uhr, nur um dann zu erfahren, dass angeblich kein einziger Mechaniker da sei, da alle im Urlaub wären. Wir sagten, dass roadsurfer diese Werkstatt als Partner genannt hatte, aber das änderte nichts. Man konnte oder wollte uns nicht helfen, ein Termin wäre frühestens in der nächsten Woche möglich. Nach etwas Diskussion kam ein Mitarbeiter kurz mit zum Fahrzeug, sah sich die Warnmeldung an und meinte, es wirke nicht dramatisch, konnte uns aber weder etwas Schriftliches geben noch eine Diagnose machen. Damit waren wir also kein Stück weiter.
Als wir erneut versuchten, roadsurfer zu erreichen, war das fast unmöglich. Die Nummer, die uns der Mobilitätsdienstleister gab, war um 07:30 Uhr außerhalb der Geschäftszeiten. Unsere Verleihstation hatte keine Telefonnummer angegeben, und die Nummer, die wir online fanden und angeblich zur Station Heidelberg gehörte, führte nur zur Mailbox. Die Station selbst war also überhaupt nicht erreichbar, und wir mussten immer über die Hotline gehen.
Um 08:46 Uhr erreichten wir schließlich den Support. Man schickte uns zu einer VW-Partnerwerkstatt in Bergen. Dort wurden wir mehrfach weitergeleitet, bis man uns sagte, wir sollten nach Stavanger oder Oslo fahren, was wegen der 250-km-Begrenzung nicht möglich war. Gegen 10 Uhr versprach roadsurfer auf mein Drängen hin, selbst nach einer Werkstatt zu suchen. Das solle etwa 30 Minuten dauern. Gleichzeitig sollten wir erneut beim Mobilitätsdienstleister anrufen. Die Allianz bot an, jemanden vorbeizuschicken, entweder zur Problemlösung oder zum Abschleppen. Ein Ersatzcamper wäre aber nicht möglich, nur ein normales Auto oder eine Übernachtung. Wir hätten jedoch drei Übernachtungen und ein Fahrzeug gebraucht. roadsurfer in Bergen hatte keinen einzigen Camper frei und offenbar auch keine funktionierende Partnerwerkstatt.
Wären wir abgeschleppt worden, hätten wir unsere Fähre sicher verpasst. roadsurfer hätte uns am nächsten Tag nicht einmal einen Leihwagen bereitstellen können. Wir hätten diesen selbst organisieren müssen, von dem Ort aus, an den wir abgeschleppt worden wären. Gleichzeitig konnte uns niemand sagen, wohin wir überhaupt abgeschleppt würden. Wir erklärten roadsurfer mehrfach, dass man uns damit in eine völlig ausweglose Lage bringt. Als Antwort kam lediglich, wir sollten abwarten, bis der Abschleppdienst eintrifft. Hätten wir das getan, wäre unsere Rückreise gescheitert.
Nach etwa sechs Stunden hatte schließlich ein Mitarbeiter der MAN-Werkstatt Mitleid und testete das Fahrzeug doch, obwohl zuvor behauptet wurde, niemand sei da, der das könne. Das Ergebnis: Die Motorkontrollleuchte wurde durch eine defekte Aufbaubatterie ausgelöst. Später erfuhren wir, dass roadsurfer das bereits wusste und uns den Camper trotzdem so mitgegeben hatte. Danach konnten wir immerhin weiterfahren.
Durch den gesamten Vorfall verloren wir zwei ganze Tage unseres Roadtrips und mussten unsere weiteren Pläne streichen. Auch die spätere Bearbeitung war enttäuschend. Meine Anfrage wurde zwei Monate lang nicht beantwortet. Danach erhielt ich ein Angebot über 55 Euro als Gutschein, die Auszahlung wäre „deutlich weniger“ gewesen. Auf erneute Nachfrage bot man mir dann 278 Euro Gutschrift für zwei Ausfalltage an, was ich akzeptierte. Kurz darauf wurde diese Zusage jedoch zurückgezogen. Man erklärte mir, das Fahrzeug sei „jederzeit fahrtüchtig“ gewesen, und bot mir stattdessen nur einen Erlass der Servicegebühr von 99 Euro an.
Zusammenfassend funktioniert roadsurfer nur, solange nichts passiert. Sobald ein Problem auftritt, ist man allein gelassen. Es gibt kein verlässliches Konzept, keine erreichbaren Stationen, keine klaren Lösungen und lange Wartezeiten in der Hotline. Für uns war das eine sehr belastende Erfahrung und wir würden dort nicht wieder buchen.