Wundern Sie sich häufig über Werbung im E-Mail-Postfach oder wurden Ihre Zahlungsdaten sogar schon von Kriminellen missbraucht? Solche Fälle können die Folgen von unachtsamen Umgang mit Ihren Daten sein. Wir zeigen Ihnen mit 8 Tipps zur Datensparsamkeit, wie Sie Ihre digitalen Spuren minimieren können.

Wenn wir uns im Netz bewegen, geben wir im Laufe der Zeit viele Daten von uns preis. Ob bei der Anmeldung zu Online-Diensten, beim Online-Shopping oder auch bei der Teilnahme an Gewinnspielen werden wir nach persönlichen Informationen gefragt. Auch Kundenkarten sammeln möglichst viele Informationen über Ihr Konsumverhalten. Doch Nachsicht bei der Weitergabe von privaten Daten macht Sie angreifbar und kann viele Konsequenzen nach sich ziehen.

Was kann passieren, wenn ich zu viele Daten von mir preisgebe?

Im schlimmsten Fall nutzen Cyberkriminelle Ihre Daten für Identitätsmissbrauch. An diese gelangen sie beispielsweise durch ausspähende Schadsoftware, Datenpannen von Unternehmen oder erwerben diese im Darknet. Benutzen Sie für Ihre Online-Konten immer das gleiche Passwort, ermöglichen Sie Fremden Zugang zu allerlei persönlichen Informationen. Die Kriminellen nutzen diese und kaufen mit Ihren Kreditkartendaten ein oder eröffnen unter Ihrem Namen eBay-Accounts, mit denen sie Nutzer um Ihr Geld betrügen.

Ihre privaten Daten sind für viele Anbieter bares Geld wert. Zum einen können Adresshändler sie gewinnbringend für Werbezwecke verkaufen. Zum anderen erstellen Firmen anhand der Daten, die sie über Sie gesammelt haben, ein personenbezogenes Kundenprofil. Anhand dessen spielen Sie Ihnen personalisierte Werbung aus. Diese begegnet Ihnen auch in Sozialen Netzwerken wie Facebook.

Die Informationen über Sie könnten aber auch verwendet werden, um Ihre Kreditwürdigkeit zu bewerten. Kritisch wird es ebenso, wenn Ihnen individuelle Preise für Produkte und Dienstleistungen angezeigt werden. Kürzlich hat das EU-Parlament einer Verordnung zugestimmt, der zufolge Online-Anbieter transparent über personalisierte Preise informieren müssen. Die Umsetzung der nötigen Maßnahmen wird jedoch noch dauern.

So funktioniert Datensparsamkeit

Geben Sie nur notwendige Daten an

Bestellen Sie etwas bei einem Online-Shop, sollten Sie nur die Daten angeben, die für die jeweilige Abwicklung wirklich nötig sind. Dazu gehört der Name und Ihre Anschrift. Schon die Angabe des Geburtsdatums ist in der Regel unerheblich. Sollten Sie bei einem Telefonat nach Bankdaten wie der Kontonummer gefragt werden, sollten Sie diese niemals preisgeben.

Widersprechen Sie der weiteren Nutzung Ihrer Daten

Zugegeben, mit dem Kleingedruckten möchte man sich nicht gerade aufhalten, wenn man seinen Urlaub buchen oder eine Bestellung abschließen möchte. Sie sollten dennoch nach der Eingabe Ihrer Daten überprüfen, ob Sie der Nutzung Ihrer Daten zu Werbezwecken widersprechen können. Bei zweifelhaften Einwilligungserklärungen sollten Sie vorsichtig sein. Haben Sie bereits eine Einwilligung zur Verarbeitung Ihrer persönlichen Daten erteilt, kann diese nachträglich widerrufen werden.

Achten Sie auf verschlüsselte Datenübertragung

Hier informiert Sie der Browser darüber, dass Sie eine sichere Verbindung eingehen.

Besonders wenn Sie sensible Zahlungsinformationen in Form von Konto- oder Kreditkartendaten online angeben sollen, müssen Sie auf eine verschlüsselte Übertragung achten. Eine solche sichere Verbindung ist zum Beispiel am Schloss-Symbol in der Adresszeile des Browsers zu erkennen. Ein weiterer Hinweis ist das „https“ anstatt „http“ am Beginn der URL. Sie können auch einen VPN-Dienst benutzen, der Ihre Internetverbindung verschlüsselt und Ihre IP-Adresse verbirgt.

Ignorieren Sie E-Mails unbekannter Absender

Haben Sie eine E-Mail im Postfach dessen Absender Sie nicht kennen? Dann sollte Sie diese Nachricht lieber nicht lesen. Öffnen Sie auch niemals einen unbekannten Anhang und laden Sie ihn nicht herunter. Oft verbergen sich Schadsoftware oder Phishing-Attacken dahinter. Diese haben das Ziel, Ihre persönlichen Daten zu erspähen.

Löschen Sie regelmäßig Ihre Browserdaten 

Der "Cookie-Hinweis" klärt darüber auf, dass auf einer Webseite Cookies verwendet werden.

So ähnlich sieht ein Cookie-Hinweis aus.

Gewöhnen Sie sich an, den Verlauf Ihres Browsers zu löschen. Dazu gehört ebenso die Löschung der Cookies und der Caches. Cookies sind Textdateien, die lokal bei Ihnen gespeichert werden und Nutzer auf einer Website identifizieren können. Das Sammeln von Cookies können Sie in den Einstellungen Ihres Browsers verhindern. Bei Chrome können Sie den „Incognito Mode“, bei Safari den „Private Mode“ und bei Firefox „Private Window“ aktivieren.

Loggen Sie sich nicht direkt ein 

Bewegen Sie sich auf der Website eines Anbieters für Urlaubsreisen oder einem Online-Shop, sollten Sie sich für ihre Suche nicht einloggen. Im eingeloggten Zustand kann Ihr Suchverlauf durch den Anbieter genau verfolgt werden. Theoretisch könnte also der Preis für einen Flug nach oben angepasst werden, wenn Sie häufiger danach suchen.

Verraten Sie in Sozialen Netzwerken nicht alles über sich

Überall, wo dies möglich ist, sollten Sie nicht Ihren Klarnamen, sondern ein Pseudonym verwenden. Dies ist eine einfache Möglichkeit, um Ihre Privatsphäre zu schützen. So können die Inhalte, die Sie in Sozialen Medien veröffentlichen, nicht direkt mit Ihrer Person in Bezug gesetzt werden. Dies erschwert Datensammlern ebenso die Erstellung von Nutzungsprofilen.

Achten Sie zudem darauf, dass Sie in Ihren Profilen keine zu privaten Angaben machen. So muss Facebook nicht unbedingt Ihren Geburtsort wissen oder keine privaten Fotos Ihrer Kinder dort zu finden sein. Passen Sie Ihre Einstellungen zur Privatsphäre dahingehend an, dass nur Ihre engsten Freunde Ihre Beiträge sehen können.

Ebenso sollten Sie nicht Ihr Adressbuch freigeben. Dies wird oft in dem Zusammenhang damit angeboten, um bestehende Kontakte in dem Sozialen Netzwerk zu finden. Sie haben jedoch keine Sicherheit darüber, ob diese Daten an Dritte weitergegeben werden.

Betriebssystem und Virenschutz aktualisieren

Sorgen Sie immer dafür, dass Ihre Software auf dem neuesten Stand ist. Regelmäßige Updates Ihres Systems schließen gefährliche Sicherheitslücken. Eine aktuelle Anti-Viren-Software hilft dabei, Schadsoftware wie Trojaner und Viren zu entdecken.