Alkoholkonsum ist ein Mysterium, genauso wie die dazugehörigen Alkoholmythen. Zumindest wenn man den ganzen Ratschlägen Glauben schenken will, die uns den richtigen Umgang mit Alkohol diktieren. Aber was ist dran an den Weisheiten? In vino veritas?

Der erprobte Trinker hat viele Tipps parat, wie man noch mehr Alkohol trinken oder ihn besser vertragen kann. Aber was ist wirklich dran, an den Mythen in Sachen Alkohol? Ich räume mit den fünf größten Alkohol-Mythen auf.

Bier auf Wein, das lass sein

bier-und-wein-mythos…Wein auf Bier, das rat‘ ich dir? Dieser Spruch existiert bereits seit dem Mittelalter. Mit der Wirkung hatte das ganze weniger zu tun, sondern eher mit dem sozialen Standig. Denn Wein war eher in den oberen Gesellschaftsschichten vertreten, wohingegen Bier das Getränk des kleinen Mannes war. Wenn man also Bier nach Wein getrunken hat, bedeutete das sinnbildlich einen sozialen Abstieg.
Für unseren Körper macht es aber keinen Unterschied, ob man das Bier nach dem Wein trinkt oder umgekehrt. Dieser Mythos ist somit falsch.

Kater bekommt man nur von billigem Alkohol

Diese Aussage ist ebenfalls falsch. Grundsätzlich bekommt man natürlich von der gleichen Menge eines günstigen alkoholischen Getränks, genauso einen Kater wie mit der entsprechenden teuren Variante. Ausschlaggebend ist die Reinheit des Alkohols. Denn neben reinem Ethanol enthalten viele alkoholischen Getränke auch andere Stoffe wie Methanol, Propanol oder Butanol. Je höher der Anteil dieser Begleitalkohole ist, desto höher ist auch das Katerpotenzial am nächsten Tag. Auch Getränke mit beigemischten Aromen können die Auswirkung des Katers verstärken. Meine neue Weisheit daher: Entscheidend sind nicht die Scheine, sondern die Reine.

Von Bier bekommt man einen Bierbauch

bierbauchJa und nein. Alkohol hat Kalorien –und das nicht zu wenige. Ein kleines Bier besitzt bereits 125 Kalorien. Aber auch alle anderen alkoholhaltigen Getränke besitzten viele Kalorien. Außerdem wirkt Alkohol appetitanregend, weswegen wir in Kombination mit Alkohol zusätzlich kalorienreicheres Essen bevorzugen. Das heißt also dass wir dann doppelt sündigen. Der Bierbauch ist zwar nicht ganz korrekt, aber dennoch hat Alkohol tatsächlich viele Kalorien, die sich langfristig und in Kombination mit fettigem Essen auf unserem BMI auswirken können.

Durcheinander trinken macht schneller betrunken

alkoholische_getraenkeDiese Aussage ist falsch. In welcher Reihenfolge Alkohol getrunken wird, spielt bei seiner Wirkung keine Rolle. Auch hier kommt es wieder auf den Alkoholgehalt der Getränke an. Aber Zucker, beispielsweise bei Mischgetränken, und Wärme, zum Beispiel bei Glühwein, können dafür sorgen, dass der Alkohol schneller in’s Blut geht.

 

Schnaps nach dem Essen hilft bei der Verdauung

Der gute alte Verdauungsschnaps, von einigen auch liebevoll „Verteiler“ genannt, soll ja vor allem nach einem fettigen Essen schnell Abhilfe verschaffen. Meist kommen dafür klare, oder hochprozentige Kräuterschnäpse zum Einsatz. Doch ist etwas dran an der Theorie, dass der Schnaps beim Verdauen hilft? Leider nein. Auch wenn man durch die Schärfe des Hochprozentigen kurz das Gefühl hat, dass er alles „wegbrennt“, hilft er nicht beim Verdauungsprozess. Im Gegenteil: Unser Körper braucht jetzt auch noch Energie, um den Alkohol abzubauen. Nach einem ausgiebigen Essen arbeiten Magen, Leber und Darm auf Hochtouren. Stattdessen hilft aber Bewegung: Ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft kann wahre Wunder wirken und dem Fress-Koma entgegen wirken.

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